Die Hornisse – für die Natur ist sie ein Segen, für Menschen der reinste Ärger. Besonders dann, wenn sich ein Hornissennest auf dem Grundstück befindet. Die schlechte Nachricht vorweg: Es ist – bis auf wenige Ausnahmen – verboten, ein Nest zu entfernen. Die gute: Wer mit den Tieren richtig umgeht, kann problemlos mit ihnen leben.Sommerzeit ist Hornissenzeit und ist ein gelb-schwarz gestreifter Brummer im Anflug, schrillen schnell die Alarmglocken. Doch kein Grund zur Panik: Anders als die etwas kleinere Deutsche und Gemeine Wespe ernähren sich Hornissen ausschließlich von Baum- und Pflanzensäften sowie Fallobst. Es ist also nicht zu befürchten, dass sie wie Wespen über das Kuchenbuffet oder die Eiscreme auf dem Terrassentisch herfallen. Hornissen heben sich auch von der Farbe ab – im Unterschied zu Wespen sind sie an Kopf und mittlerem Körperabschnitt rötlich gefärbt. Ohnehin muss man sich mit Hornissen arrangieren, denn es ist verboten, sie zu töten, zu jagen oder zu verletzen. Ihr Nest zu entfernen übrigens auch. Nur in ganz wenigen Ausnahmefällen darf dafür ein Experte anrücken. Wer selbst Hand anlegt, riskiert eine saftige Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro.
Ökologisch wertvolle Hornissen
Ein Hornissenstaat lebt rund sechs Monate
Woran erkenne ich ein Hornissennest?
Darf ich ein Hornissennest entfernen lassen?
Obwohl die schwarz-gelben Brummer sehr nützlich sind, verunsichert es viele Menschen, wenn sie ein Hornissennest auf ihrem Grundstück entdecken. Dabei sind Hornissen sehr friedfertig. Sie greifen nur in der unmittelbaren Nestumgebung an, wenn sie sich bedroht fühlen. Dann gilt es, Königin und Brut zu verteidigen. Sind sie mehr als vier Meter vom Hornissennest entfernt, fliehen sie bei Störungen.Hornissennest im Haus oder Garten – was tun?
Wer ein Hornissennest bemerkt, sollte die nähere Umgebung mit einem Absperrband markieren. So kommt niemand den Insekten versehentlich zu nahe. Außerdem gilt:
- Vermeiden Sie heftige Bewegungen am Nistplatz sowie starke Erschütterungen.
- Halten Sie beim Rasenmähen einen Abstand von vier bis fünf Metern zum Hornissennest ein.
- Bringen Sie Fliegengitter an den Fenstern an, falls sich das Hornissennest in der Nähe des Hauses befindet.
- Verstellen Sie nicht die Flugbahn der Insekten. Pusten Sie niemals in das Einflugloch oder auf Hornissen.
- Manipulieren Sie nicht den Nesteingang oder den Wabenbau. Laufen Sie nicht barfuß durch den Garten, wenn Fallobst auf dem Boden liegt.
- Vermeiden Sie hektische Bewegungen, wenn die Tiere in der Nähe sind.
Hornissen nisten häufig in Wohn- und Gartenhäusern. Unter dem Nest sammeln sich flüssiger Kot und Beuteabfälle. Für ein möglichst sauberes Zusammenleben mit den Insekten sorgen Zeitungspapier, Plastikfolie oder ein großes Gefäß mit saugfähigem Material wie Einstreu. Anfang November löst sich das Problem mit den gelb-schwarzen Mitbewohnern dann von alleine, wenn das Hornissenvolk abstirbt und die Jungköniginnen ein Winterquartier in der Natur beziehen. Und meistens bemerkt man ein Hornissennest sowieso erst im Spätsommer. Daher muss man sich mit den Tieren gar nicht so lange arrangieren. Spätestens im darauffolgenden Frühjahr kann man dann das verwaiste Nest selbst entfernen.
Achtung
Ein bewohntes Nest selbst zu beseitigen, ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich. Denn die Insekten verteidigen ihr Zuhause mit dem Stachel – und ein Sturz von der Leiter ist da sehr wahrscheinlich. Normalerweise sind Hornissenstiche nicht gefährlich. Doch Vorsicht: Sticht eine Hornisse in die Mund- und Rachenregion, können die Schleimhäute oder die Zunge sehr schnell anschwellen und es besteht akute Erstickungsgefahr. In diesem Fall ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig. Für Allergiker kann bereits ein einzelner Stich unabhängig von der Einstichstelle gefährlich sein. Für sie ist es ratsam, ein Notfallset mit Antihistaminikum, Kortison-Präparat und Adrenalin bei sich zu tragen, um sich im Ernstfall sofort selbst behandeln zu können.



